Einige kennen vielleicht die Möglichkeit Windows Programme unter Linux mittels “Wine[1]” auszuführen.
Daraufhin fragen sich einige sicher ob es auch andersrum geht. Also Linux Programme unter Windows.
Ja, es geht im Prinzip schon. Und zwar mit “Cyqwin[2]“. Doch kann man mit Cyqwin nicht wirklich viele Programme unter Windows laufen lassen. Und noch weniger Grafische Programme die X benötigen.
Also musste ich mir was anderes einfallen lassen. Nach reichlicher Überlegung bin ich auf die Idee mit SSH und X-forwarding gekommen.
Das Prinzip ist ganz einfach: Man besorgt sich ein 2ten Pc, installiert dort ein komplett minimales Linux mit X-libaries und einem SSH Server.
Wenn man alles eingerichtet hat, verbindet man sich mit einem SSH Clienten und startet das Programm was man benutzen will. So jedenfalls unter Linux
Unter Windows ist ein kleines wenig mehr Arbeit nötig.
Fangen wir mit dem einrichten des Servers an.
Wir öffnen die datei sshd_config und suchen die Zeile wo folgendes enthalten ist:
Wenn ihr die gefunden habt dann ändert sie in
ab. Bei mir gab es die Zeile überhaupt nicht, also hab ich sie per Hand einfach eingetragen.
Dann wird der SSH Daemon einfach neugestartet.
Nun brauchen wir für Windows einen Clienten der X-Forwarding unterstützt. Mir kam spontan “Putty[3]” in den Sinn.
Wir müssen in Putty aber noch das X-Forwarding aktivieren.
Wir öffnen Putty und gehen in die Option “X11″ und klicken da auf “Enable X11 forwarding”.
Diese Option findet man unter connection->ssh->x11.
Doch jeder der sich etwas mit Windows und Linux auskennt, weißt das Windows kein X-Server hat und somit auch dann keine Programme ausführen/anzeigen kann die X benötigen. Also müssen wir uns einen X-Server installieren. Ich habe dafür “xming[4]” genommen. Ladet es einfach runter und installiert es. Nach der installation startet ihr einfach xming. Das wars.
Zu guter letzt verbinden wir uns mit unserem Server und starten mittels “screen” (screen braucht man nicht unbedingt. Sollte man aber benutzen wenn man weiter mit 1 terminal arbeiten will) das Linux Programm das wir nutzen möchten.
Ich z.b hab mal Iceweasel und Gmpc gestartet >

Beides Programme die man nie nativ unter Windows zu laufen bringen würde (natürlich gibt es für Windows alternativen, aber halt nicht so gute).
Natürlich kann man noch etliche andere Sachen so nutzen. Z.b ein Filemanager, oder ein Editor um die Logs besser lesen zu können.
Das beste aber kommt noch. Und zwar entsteht die Last nicht da wo das Programm erscheint (in unserem Fall unter Windows) sondern auf dem Server. Da X-Forwarding in Prinzip wie VNC ist, nur mit dem Vorteil das auf dem Server kein X gestartet sein muss, und das man einzelne Fenster/Programme so nutzen kann.
[1] http://www.winehq.org/
[2] http://www.cygwin.com/
[3] http://www.chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/
[4] http://sourceforge.net/projects/xming
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